A

 

Abberation

Abänderung der Erscheinungsform einer Nominatform innerhalb ihres Verbreitungsgebietes durch Erbfehler/Mutation, wie z.B. Farbabweichungen, Zwergen- oder Riesenwuchs

Abdomen

Schwanz; für Decapoden ist jedoch der Begriff Pleon wegen der Schwimmfüße unter dem Schwanz anzuwenden; Abdomen hat keine Beine bzw. Füße

Abk.

Abkürzung

Abundanz

Bestandsdichte, Tiere pro Fläche/ Volumen

Abundismus

eine durch hinzukommende schwarze Zeichnungselemente entstehende Schwarzfärbung

Abyssal

s. Gewässerregionen

ad.

(Abk.) s. adult

Adaptabilität

Anpassungsvermögen einer Population durch Erhöhung der genetischen Vielfalt

Adaption

durch natürliche Auslese entstandene Anpassung; Ausprägung besonderer Verhaltensweisen bis hin zur genetischen Fixierung zur Optimierung der Überlebenschancen

adult

erwachsen/geschlechtsreif

Adventivart

vom Menschen in neue Gebiete verbreitete Art (z.B. Procambarus clarkii)

aerob

in Gegenwart/Abhängigkeit von Sauerstoff ablaufende Lebensvorgänge

Aerobier

obligate Sauerstoffatmer

Aerobier

aerob lebende Organismen

Aerobionten

s. Aerobier

aff.

(Abk.) affinis

affinis

nahe stehend, ähnlich; besagt, dass diese Art mit einer anderen nahe verwandt sein könnte.

Agar

hauptsächlich aus Zellwandschleimstoffen bestehendes Produkt, das aus verschiedenen im indischen und stillen Ozean beheimateten Rotalgenarten (Gelidium spec. und Gracilaria spec.) gewonnen wird. Normalerweise in getrockneter Form fadenartig oder als Pulver vorliegend, ist es in kaltem Wasser stark quellbar und findet in dieser Form als fester, gelatineartiger Nährboden z. B. für Gewebekulturen Verwendung. 2-3 %iger Zusatz von Agar-Agar in eine Nährlösung (kann auch Wasser sein) ergibt nach Aufkochen ein konsistentes Gel.
A.-A. kann zur Eigenfutterherstellung (Krebsfutter/Fischfutter) verwendet werden.

Agar-Agar

s. Agar

Albinismus

angeborenes Fehlen der Pigmentierung. Die in den meisten Pigmenten vorkommenden Melaninverbindungen können durch einen Defekt im Phenylalanin-Tyrosin-Stoffwechsel nicht gebildet werden. Das jeweilige Tier wird als Albino bezeichnet. Die rote Iris entsteht bei Wirbeltieren durch die durchscheinenden Blutgefäße.

Albino

s. Albinismus

allochthon

gebietsfremd, nicht einheimisch (s. a. autochthon)

Altwasser

stehendes Gewässer, was vormals Teil eines Flusses war und von diesem abgetrennt wurde. Somit noch Teil eines Flusses mit der dem Fluss entsprechenden Fauna und Flora

Amphipoda

Flohkrebse

Anatomie

Lehre vom Bau der Lebewesen, Lage und Bau der Organe und der Gewebe

Antennen

Tast- und Geruchssinnesorgane u.a. von Krebsen

Antennenephridium

Exkretionsorgan und Osmoregulationsorgan; mündet an der Basis der 2. Antenne

anthropogen

vom Menschen beeinflusst, verursacht oder geschaffen; auf den Menschen zurückgehend

Antiprädatorverhalten

Summe aller zum Schutz gegen Prädatoren gerichtete Verhaltensweisen

Anulus ventralis

blasenförmige Leibesöffnung auf der Unterseite weiblicher Krebstiere mit der Funktion eines Spermaspeichers

Aphanomyces astaci

ein die Krebspest auslösender Fadenpilz

apodemisch

über das ursprüngliche Verbreitungsgebiet hinaus verbreitet, z.B. durch Verschleppung

Aquatil

im Wasser lebend

aquatisch

s. aquatil

Areal

Verbreitungsgebebiet einer Art

Areola

Bereich auf dem Rücken zwischen der Kopfnaht und dem Hinterrand des Cephalothorax. Wird seitlich durch die Furchen der Kiemenkammern begrenzt.

Art

eine in zahlreichen Merkmalen übereinstimmende Lebewesengruppe, die eine Fortpflanzungsgemeinschaft bilden (ggf. mit Unterarten)

Artareal

Gesamtheit der lokalen Verbreitungsgebiete einer Art

Artbildung

Entstehung einer oder mehrerer neuer Arten aus einer Stammart als längerwährender Evolutuionsprozess, wobei Individuengruppen basierend auf Einzelmutationen gewandelt bzw. verändert werden

Artenschutz

angestrebter Schutz vom Aussterben bedrohter Pflanzen- und Tierarten in der Natur. Bedrohte Arten sind international im "Red Data Book" und national in der "Roten Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen in der BRD" erfasst. Rechtlicher Schutz erfolgte durch das Wahingtoner Artenschutzabkommen (1973) und u.a. durch die Bundesartenschutzverordnung

Arthropoda

s. Arthropoden

Arthropoden

Gliederfüßler (von gr. arthros = Gelenk und pos = Fuß); der artenreichste Tierstamm mit fünf Unterstämmen. Hierzu zählen die Trilobita (nur als Fossilien bekannt), die Chelicerata (spinnenartige Tiere), die Crustacea (Krebstiere), die Myriapoda (Hundert- und Tausendfüßler) und die Insecta (Insekten und Kerbtiere)

Arthropodien

Extremitäten der Arthropoden, die aus gelenkig miteinander verbundenen Gliedern bestehen

arthros

(gr.) Gelenk

Articulata

Gliedertiere

Artspezifität

ein Merkmal, das für eine Art typisch ist und bei allen Vertretern der Art mehr oder weniger gleich auftritt

Asseln

im Wasser und an Land lebende Zehnfußkrebse

Astacidae

eine von zwei Familien der Flusskrebse, die die nördliche Halbkugel der Erde besiedeln. Die zweite Familie sind die Cambaridae. Die Südhalbkugel wurd durch die Parastacicae besiedelt. Zu den Astacidae gehören die Gattungen Astacus, Austropotamobius und Pacifastacus an.

Astacidea

Überfamilie der Flusskrebse

Astacopsis

tasmanische Gattung der Parastacidae

Atemhöhle

auch Kiemenkammer oder Mantelhöhle. Umschlossen vom Carapax liegt die Atemhöhle seitlich. In ihr befinden sich die an den Beinen ansitzenden Kiemen

Augen

Lichtsinnesorgana die Sehzellen enthalten; s. a. Facettenauge. Viele Krebse haben ein Farbsehvermögen

Ausscheidungsorgane

s. Exkretionsorgane

Außenskelett

s. Exoskelett

autochthon

einheimisch; an Ort und Stelle entstanden

Autökologie

Ökologie eines Einzelorganismus / einer Art. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die Art (das Einzelorgan) und (seine) ihre Beziehungen zu einzelnen Umweltfaktoren

Autotomie

durch ein Tier selbst herbeigeführter Gliedmaßenabwurf (Sollbruchstellen). Besonders bei Decapoden unter ungünstigen Milieubedingungen oder zur Räuberverwirrung/ Flucht (auch Schwanzautotomie bei Amphibien und Reptilien)

Axial

in Richtung der Körperachse liegend

 

 

 

 

B

 

Bakterien

einzellige Mikroorganismen (über 2500 Arten), die sich ungeschlechtlich durch Querteilung vermehren

Basis

zweites, proximales Beinglied. An der Basis entspringen der Exo- und Endopodit

Bastard

s. Hybride

Biotop

Lebensraum; Lebensstätte einer Biozönose von bestimmter Mindestgröße und einheitlicher, gegenüber der Umgebung abgrenzbarer Beschaffenheit (z.B.: ein See)

Biozönose

charakteristische Lebensgemeinschaft in einem Biotop/Ökosystem

bzw.

(Abk.) beziehungsweises

 

 

 

 

C

 

Cambarideae

Familie der Flusskrebse, die neben der Familie der Astacidae die Nordhalbkugel besiedeln. Zu den Cambaridae gehören die Gattungen Barbicambarus (monotypische Gattung), Bouchardina (monotypisch), Cambarellus, Cambarus, Fallicambarus, Faxonella, Hobbseus, Orconects, Procambarus und Troglocambarus (monotypisch).

Cambariden

s. Cambarideae

Carapax

Rückenschild (Panzer) des Cephalothorax

Carapaxdrüsen

 

carnivor

fleischfressend

cavernicol

höhlenbewohnend

Cephalisation

Kopfbildung/Grad der Cephalisation ist bei Arthropoden bedingt durch viele am Kopf gelegene Sinnesorgane (u.a. Augen, Taster, Antennen) hoch

Cephalon

Kopfabschnitt der Krebse der mit dem Thorax (Brustabschnitt) zum Cephalothorax verwachsen ist

Cephalothorax

verwachsenes Kopfbruststück (Cephalon und Thorax), umfasst bei Decapoden 13 Gliedmaßenpaare

Cervicalfurche

Kopfnaht; auf dem Cephalothorax zwischen dem Kopf und dem Bruststück

cf.

s. confer

Chelicerata

spinnenartige Tiere; ein Unterstamm der Arthropoda

Chitin

stickstoffhaltiger Vielfachzucker, welches das starre Exoskelett der Arthropoden aufbaut

Cladocera

Wasserflöhe .

confer

vergleiche. Diese Abkürzung (cf.) vor einem Artnamen bedeutet, dass es sich evtl. um die genannte oder aber eine nahe verwandte Art handelt

Coxa

erstes, proximales Beinglied

Crustacea

Krebstiere; ein Unterstamm der Arthropoda

Cuticula

s. Kuticula

 

 

 

 

D

 

Decapoda

zehnfüßige Krebse (Zehnfüßer)

Dekapoden

s. Decapoda

Detrius

im Abbau befindliche pflanzliche und tierische Fragmente samt den dazugehörigen Mikroorganismen (Bakterien, Pilz, Algen, Protozoen)

Dichromatismus

die männliche und weibliche Wesensform einer Art unterscheidet sich durch ihre Färbung

Dimorphismus

Zweigestaltigkeit, Existenz verschiedener Formen derselben Tier- oder Pflanzenart.; s. a. Geschlechtsdimorphismus und Dichromatismus

distal

freies, vom Körper weg orientiertes Ende (z.B.: die Spitzen der Antennen)

dorsal

(adj.) Rücken, von oben betrachtet

 

 

 

 

E

 

ekdemisch

nur außerhalb eines betreffenden Gebietes lebend (s. a. endemisch)

Ekdysis

Häutung; das überwiegend aus Chitin bestehende Exoskelett ist starr und kann nicht mitwachsen. Krebse häuten sich bis zur Geschlechtsreife periodisch (alle drei bis vier Wochen) und danach nur noch in größeren Intervallen.

Ektoparasit

Parasit der äußerlich auf und von seinem Wirt lebt (Schmarotzer)

endemisch

auf ein betreffendes Gebiet beschränkt

Endemit

Tier oder Pflanzengruppe, deren Vorkommen auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt ist

Endoparasit

Parasit, der in seinem Wirt (in den Organen, unter der Haut) lebt; Innenschmarotzer

Endopodit

Innenast der Beine, z.B. die Laufbeine (Exopodit reduziert)

Euastacus

zu den Parastacidae gehörende Flusskrebsgattung, die im Südosten Südaustraliens bis Victoria/Australien beheimatet ist

eurychor

geographisch weit verbreitet

euryhalin

bezüglich der Salinität sehr tolerant, z.B. Wollhandkrabben

euryök

einen großen ökologischen Toleranzbereich besitzend

Evolution

Entstehungsgeschichte der Lebewesen

Exkrement

Ausscheidung, Kot

Exkretionsorgane

Ausscheidungsorgane, die die für den Organismus nicht mehr verwertbaren oder schädlichen, flüssigen Stoffwechselprodukte (Wasser, Salze, Gifte) ausscheiden. Bei wirbellosen Tieren werden die E. als Nephridien bezeichnet

Exoparasit

s. Ektoparasit

Exopodit

Außenast der Beine, z.B. der Scaphocerit (Endopodit = Antennengeißel)

Exoskelett

das widerstandfähige, überwiegend aus Chitin bestehende Außenskelett der Arthropoden. Gliedmaßen und Körper sind deshalb stark segmentiert. Einzelteile sind durch chitinhaltige und dünne Häute miteinander verbunden. Die Muskulatur setzt innen am Exoskelett an.

Extinktion

Aussterben, verschwinden eines Taxons aus der natürlichen Fauna

Exuvialdrüsen

s. Carapaxdrüsen

Exuvie

der nach der Häutung zurückbleibende, alte abgestreifter Panzer

evtl.

(Abk) eventuell

 

 

 

 

F

 

Facettenaugen

 

Fauna

Gesamtheit der Tierarten eines Gebietes, ökol. eines Biotopes

Fertilität

Fruchtbarkeit

Form I / II Männchen

= männliche Cambariden wechseln regelmäßig zwischen einer reproduktiv aktiven (I) und einer reproduktiv inaktiven Form (II). Form I Männchen haben voll entwickelte Gonopoden, während Form II Tiere oft nur unvollständig ausgebildete Gonopodendetails aufwei

fossil

ausgestorben; versteinert erhalten

Fühler

s. Antennen

fungizid

pilzabtötend

 

 

 

 

G

 

Ganglion

Verdickungen des Nervensystems, Konzentrierungen von Nervenzellen

Gattung

mehrere Arten werden aufgrund ihrer Zusammengehörigkeit in einer G. zusammenfasst

Gelidium spec.

Rotalge aus dem Indischen und stillen Ozean aus der Agargewonnen wird

Genus

s. Gattung

Geschlechtsdimorphismus

die männliche und weibliche Wesensform einer Art unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Größe und/ oder Form

Gewässerregionen

 

Gonopoden

zu Begattungsfüßchen umgebildete 1. und 2. Pleopoden bei männlichen Cambariden

Gonoporen

Geschlechtsöffnungen

gr.

(Abk.) griechisch, gross, grob

grch.

(Abk.) griechisch

griech.

(Abk.) griechisch

Gracilaria spec.

Rotalge aus dem Indischen und stillen Ozean aus der Agargewonnen wird

 

 

 

 

H

 

Habitat

Aufenthaltsbereich einer Art in Ihrem Biotop (z.B.: am Seeufer)

Habitus

Gesamtheit der äußeren Erscheinungsform eines Lebewesens

Haemolymphe

s. Hämolymphe

Hämolymphe

(Haemolymphe) Blut der Arthropoden bzw. Körperflüssigkeit der Tiere mit offenem Blutkreislauf; Blut und Lymphe sind nicht wie bei Wirbeltieren voneinander getrennt

Häutung

s. Ekdysis

Häutungsdrüsen

s. Exuvialdrüsen

Hemerobie

menschliche Beeinflussung der Ökosysteme

herbivor

Pflanzenfressend

Hexapoda

s. Insecta

hologeisch

überall verbreitet (syn. kosmopolitisch)

homotop

räumliche Übereinstimmung

 

 

 

 

I

 

Insecta

(synonym: Hexapoda); Insekten, Kerbtiere; ein Unterstamm der Arthropoda

Inserieren

an einem bestimmten Punkt ansetzen (z. B. eine Flosse, ein Muskel usw.)

Ischiumhaken

kleine dornenförmige Haken am Basiselement der Schreitbeine männlicher Cambaridae. Die Ischiumhaken werden bei der Paarung in die Gelenkhäute des Weibchens verankert um es so besser fixieren zu können

 

 

 

 

J

 

juvenil

Jugendlich

 

 

 

 

K

 

karnivor

s. carnivor

KH

Karbonathärte

Konkurrenzausschluss

Arten mit ähnlichen ökologischen Nischen können nicht im selben Gebiet vorkommen -> Verdrängung (z.B.: Signalkrebs und Edelkrebs)

Konvergenz

 

Begriff für ähnliche Merkmale, die nicht auf Verwandtschaft basieren. Sie entstanden unabhängig unter sehr ähnlichen oder gleichen Umweltbedingungen (z.B. Blindheit bei Höhlenfischen, Pigmentverlust bei Höhlentieren).

kosmopolitisch

überall verbreitet

Krebspest

durch den Fadenpilz Aphanomyces astaci ausgelöste Erkrankung die für Astacidae und Parastacidae tödlich verläuft. Hoch infektiös, Übertragung durch mobile Sporen. Sporen überdauern ohne Wirt je nach Wassertemperatur und Substrat zwischen 5 Stunden und 1 Woche. Um 1890 aus Amerika eingeschleppt, seit dem in allen europäischen Gewässersystemen. ALLE Cambariden sind latente Dauerüberträger der Krebspest!

Kuticula

Der Panzer der Krebse ist eine dreischichtige Kuticula (Epicuticula, Exocuticula) aus Chition-Protein-Komplexon

 

 

 

 

L

 

lateral

seitlich, von der Seite gesehen

 

 

 

 

M

 

Maturität

Geschlechtsreife

Maxille

 

Mechanorezeptoren

Detektoren wie u.a. Haare, mit denen Tiere Luftbewegungen und Vibrationen wahrnehmen können

median

zur Körpermitte (Symmetrieachse) orientiert (z.B.: die Beborstung der Mundwerkzeuge)

Melanismus

durch starke Melaminablagerungen werden entweder sonst helle Körperteile verdunkelt oder andere Farben durch Schwarz ersetzt. Zeichnungsstrukturen bleiben jedoch erhalten. Siehe auch Abundismus, Nigrismus, Skotasmus

Moina

Gattung der Cladocera oder Wasserflöhe mit kleinbleibenden, weichschaligen Arten (z.B. Moina macrocopa/japanischer Kugelwasserfloh), die ein außerordentlich wertvolles Futter für kleine Aquarienfische und größere Jungfische darstellen. Kommen häufig in den obersten Wasserschichten sauerstoffarmer Kleingewässer in großer Menge vor.

Moina macrocopa

japanischer Kugelwasserfloh

mono-/paraphyletisch

Systematische Einheiten (Taxa) werden in der modernen Systematik durch Verwandtschaft begründet. Alle Arten in einem Taxon gehen idealerweise auf eine einzige Stammart zurück (monophyletisch - z.B. alle Flusskrebse). Alle Nachfahren dieser Stammart sind in diesem Taxon vereint. Historisch und in der Praxis werden /wurden jedoch oft Arten zu Taxa zusammengefasst die keinen gemeinsamen Vorfahren haben, bzw. dessen Nachkommen über mehrere Taxa verteilt sind. Solche systematischen Gruppen werden als paraphyletisch bezeichnet. Ein Beispiel ist die australische Flusskrebsgattung Astacopsis: Nach neueren Molekularanalysen sind einige Arten dieser Gruppe näher mit der Gattung Euastacus verwandt. Die Gattung Astacopsis ist also paraphyletisch (und im Grunde genommen so nicht gültig)

monophyletisch

s. mono-/paraphyletisch

monotypische Gattung

Gattung mit nur einer Art, die gleichzeitig der Gattungstypus ist

Myriapoda

Hundert- und Tausendfüßler; ein Unterstamm der Arthropoda

 

 

 

 

N

 

Nanismus

Zwergenwuchs, Zwergenwüchsigkeit

Neozooen

durch Menschen in ein neues Gebiet verschleppte Arten, z.B.: Orconectes limosus im Rheinsystem)

Nephridien

Exkretionsorgane der Wirbellosen; segmental und paarig angeordnet; s. Antennenphridium

nomen nudum

ungültiger wissenschaftlicher Name

Nigrismus

s. a. Melanismus; durch Vergrößerung dunkler Körperzeichnungselemente wird eine Schwarzfärbung erzielt

Nominatform

diejenige Erscheinungsform einer Fischart, Wirbellosenart, die der namengebenden Erstbeschreibung zugrunde lag. Die Nominatform kann daher auch eine seltene Aberration (z. B. eine Farbvariante) der betr. Art sein.

 

 

 

 

O

 

ökologische Nische

Definition: n- dimensionaler Hyperraum, wobei jede der n- Dimensionen einen abiotischen oder biotischen Umweltfaktor darstellt, also z.B.: Temperatur, Räuber, Habitat, Nahrung usw.. Arten die sympathrisch vorkommen müssen sich in mindestens einer Nischendimension unterscheiden (z.B.: andere Nahrung)

Ökosystem

Beziehungsgefüge der Lebewesen (Biozönose) untereinander und mit ihrem Lebensraum (Biotop); Charakterisiert durch physikalische, chemische und biologische Faktoren

Omnivoren, omnivor

Allesfresser

Ostien

Öffnungen des Herzens bei Arthropoden durch das die Haemolymphe einfließen kann

ökol.

(Abk.) ökologisch

obligat

erforderlich, unentbehrlich

 

 

 

 

P

 

paraphyletisch

s. mono-/paraphyletisch

Parastacidae

Familie der Flusskrebse (Astacidae), die die südliche Erdhalbkugel besiedelt. Zu dieser Familie gehören die Gattungen Astacoides, Astacopsis, Cheras, Engaeus, Engaewa, Euastacus, Geocharax, Gramastacus, Paranephrops, Prastacoides, Parastacus, Samastacus, Tenuibranchirus (monotypisch) Virilastacus (monotypisch)

Pleon

s. Abdomen

Pleopoden

Schwimmfüßchen unter dem Pleon(Schwanz)

Pleotelson

s. Telson

Population

Fortpflanzungsgemeinschaft von Individuen einer Art (im bestimmten Lebensraum)

pos

(gr.) Fuß

Postorbitalleiste

Höcker (-Reihe) hinter dem Auge, wichtiges Bestimmungsmerkmal

Prädator

Räuber, ernährt sich von anderen Organismen (diese werden i.d.R. getötet)

proximal

zum Körper hin gewandt; festgewachsene Seite (z.B.: bei Beinen die Beinbasis)

 

 

 

 

Q

 

 

 

 

 

 

 

R

 

Reich

Organismenwelt; höchste systematische Kategorie in der Taxonomie

Rostrum

Stirnfortsatz; meist dreieckige Spitze des Carapax zwischen den Augen, wichtiges diagnostisches Merkmal

Rote Liste

gefährdungsgraduiertes Verzeichnis gefährdeter Arten und Unterarten. Dient der Naturschutzarbeit und als Entscheidungshilfe für die Gesetzgebung

rudimentär

zurückgebildet, verkümmert

 

 

 

 

S

 

s.

(Abk.) siehe

s. a.

(Abk.) siehe auch

Scaphocerit

schuppenförmiger Exopodit der 2. Antenne

Scaphognathit

Exopodit der 2. Maxille, erzeugt Atemwasserstrom

Skelett

s. Exoskelett

Sklerotisierung

Verhärtungsphase (der Kuticula) nach der Häutung

sp.

(Abk.) species

spec.

(Abk.) species

species

Art anstelle eines Artnamens. Diese Schreibweise besagt, dass die betreffende Art entweder noch nicht wissenschaftlich beschrieben wurde oder noch nicht geklärt werden konnte, ob sie mit einer bereits beschriebenen Art identisch ist.

Spermatophore

Samenpaket

Statocysten

Gleichgewichtsorgan, zwischen den ersten Antennen.

stenochor

geographisch eng verbreitete Art

stenohalin

verträgt nur geringe Schwankungen des Salzgehalts

stenök

Art mit geringem Toleranzbereich gegenüber sich verändernden ökologischen Faktoren

subadult

halb erwachsen, halbwüchsig

Subspecies

s. Unterart

sympatrisch, Sympatrie

sympatrisch lebend; Vorkommen von zwei oder mehreren Arten, die in einem gemeinsamen oder sich überlappenden Gebiet leben. Sie können sich äußerlich zwar sehr ähnlich sein, jedoch miteinander keine fruchtbaren Nachkommen zeugen.

Synökologie

Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen verschiedene Populationen einer Lebensgemeinschaft, ihre Beziehungen untereinander und zu ihrer Umwelt. Bei synökologischen Ansätzen muss der gesamte Lebensraum mit allen Wechselwirkungen betrachtet werden.

 

 

 

 

T

 

Taxon

bestimmte systematische Einheit (z. B. Familie, Gattung, Art)

Taxonomie

die biologische Systematik (wissenschaftliche und hierarchische Klassifizierung) der Lebewesen entsprechend ihrer Evolution und Verwandtschaft

Telson

letztes Segment des Krebshinterleibes mit Afteröffnung auf der Unterseite; auch Pleotelson

terrestrisch

am Land lebend

Thorax

Brustabschnitt der Krebse; Cephalon und Thorax ergeben den Cephalothorax

Trilobita

Dreilapper; ein nur als Fossilien bekannter Unterstamm der Arthropoda. Sie lebten vor 225 Millionen Jahren im Cambrium bis Ende des Paleozooikums.

 

 

 

 

U

 

Unterart

systematische Kategorie unterhalb der Art

Uropoden

Extremitätenpaar am Pleotelson. Bilden mit diesem den Schwanzfächer 

 

 

 

 

V

 

valid

gültig

valide Art

im zool. Sprachgebrauch gültig, gültige Art

ventral

von unten, bauchseits; bauchwärts gelegen

 

 

 

 

W

 

Wirbellose

Sammelbezeichnung für alle vielzelligen Tiere ohne stützende Wirbelsäule (u. a. Gliederfüßer wie Krebse, Krabben und Garnelen

 

 

 

 

X

 

 

 

 

 

 

 

Y

 

 

 

 

 

 

 

Z

 

z. B.

(Abk.) zum Beispiel

Zehnfüßer

(Zehnfüßler) s. Decapoda

Zehnfüßige Krebse

s. Decapoda

zool.

(Abk.) zoologisch

 

 

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